Die Zeit nach der Diagnose- Epilepsie beim Hund

Der erste Schreck über die Diagnose- Epilepsie (<– bitte klicken um den ersten Beitrag zu lesen) ist verdaut und das Warten auf die Ergebnisse hat ein Ende. Wir haben einen Bluttest machen lassen und dieser ist unauffällig. Rocco hat zum Glück keine Erkrankungen der Organe, da fällt uns schon mal ein großer Stein vom Herzen. Unser Tierarzt meinte, dass wir uns keine zu großen Sorgen machen sollten und hat uns für den Notfall bzw. den nächsten Anfall Medikamente mitgegeben.

Diese Medikamente sollten wir wirklich nur im Notfall bzw. beim nächsten Anfall verwenden. Das erste Medikament ist eine Tube und sollte dem Hund rektal (in den Popo) verabreicht werden, wenn der Anfall länger als 10 Minuten dauert. Nach dem Anfall sollten wir ihm noch 2 Tabletten geben und dann am nächsten Tag ab zum Tierarzt zur Kontrolle und Besprechung.

Bei einem Anfall ist es auch wichtig, dass man selbst ruhig bleibt und nicht die Angst und Anspannung auf den Hund überträgt. Den Kopf sollte man weich polstern und sonst alles womit er sich verletzen kann aus dem Weg räumen. In so einem Fall die Ruhe zu bewahren ist nicht einfach aber man muss einfach versuchen für seinen Liebling stark zu sein auch wenn es noch so schwer fällt.

1000 FRAGEN KREISEN IM KOPF HERUM
  • Wann kommt der nächste Anfall?
  • Wird es überhaupt einen nächsten geben?
  • Wenn ja, wie wird dieser aussehen?
  • Werden wir auf Dauer ohne tägliche Medikamente weiterleben können?

 

Durch den letzten Beitrag haben uns wirklich viele Leser und auch Betroffene geschrieben und uns mit persönlichen Erfahrungen und Tipps zur Seite gestanden. An dieser Stelle recht herzlichen Dank dafür. Es ist einfach schön zu wissen, dass man nicht allein ist und von eigentlich „fremden Menschen“ so tolle Unterstützung bekommt. Das habe ich deswegen so betont weil, diese Meinungen, Erfahrungen und Tipps wären mir im privaten Bekanntenbereich ausgeblieben. So viel wieder einmal zum Thema „ nur das Internet“. Ich will jetzt gar nicht weiter ausholen, denn ihr wisst genau was ich meine und da ist ein einfaches Danke ♥  viel wertvoller als jetzt lange darüber auszuschweifen, warum , wieso und weshalb.

Es gibt so viele verschiedene Formen von Epilepsie und bei jedem Hund ist es ganz unterschiedlich. Der eine Hund kann so einen Anfall einmalig haben oder vielleicht nur 1-mal im Jahr oder alle 2 Jahre einmal und andere Hunde haben solche Anfälle wöchentlich oder sogar täglich. Einige Betroffene sind schon fix und fertig mit den Nerven, weil ihre Fellnase solche Anfälle mehrmals am Tag hat. Sie haben schlaflose Nächte und machen sich natürlich große Sorgen. Andere Hunde wurden ganz gut mit Medikamenten eingestellt und hatten kaum Einbußen und trotz der Krankheit ein erfülltes und langes Leben. Es gibt unzählige Varianten dieser Krankheit und uns wurden einige persönliche Geschichten erzählt.

Es zerreißt einem einfach das Herz, wenn man seinen Vierbeiner in so einem Zustand sieht und nichts machen kann. Das Herz blutet und man leidet einfach mit. Bei uns war dieser Anfall zwar jetzt erst einmalig aber dennoch zeichnet er uns, denn wir leben trotzdem täglich mit der Angst und der Frage: „Was bringt die Zukunft?“ Sicher versucht man normal weiterzuleben dennoch kreisen diese Gedanken ständig im Kopf herum.

Derzeit sind wir einfach dankbar, dass wir ohne tägliche Medikamente auskommen und die Blutwerte in Ordnung sind. Wir durften in die Leben anderer Betroffener blicken und wissen daher auch, wie zerstörend diese Krankheit sein kann. Wenn man diese Geschichten hört, leidet und fühlt man einfach mit und versucht mit Worten ein bisschen Kraft und Trost zu spenden. Die Geschichte die man selbst erlebt, scheint dann irgendwie so „harmlos“, weil man einfach sieht mit welchem Ausmaß andere betroffen sind. Aber es kam niemals ein blödes Wort, von wegen warum macht ihr euch Sorgen, ist doch eh wieder alles in Ordnung. Nein, es kamen positive Worte und gutes Zureden und sie hoffen, dass es bei uns so bleibt und nicht in eine ganz schlimme und andauernde Phase übergeht, wo man an täglichen Medikamenten nicht vorbei kommt. Das nenne ich einfach Zusammenhalt und es ist schön, dass es auf Facebook so Gruppen gibt, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann.

 

WAS HAT SICH AN ROCCO VERÄNDERT?

Rocco war von Anfang an ein recht schreckhafter Hund und bellte schon mal eine Mülltonne an, die am Gehweg stand und auf die Mühlabfuhr wartete. Oder erst heute bellte er ein haltendes  Auto an, wo eine Frau drinnen saß und telefonierte. Er blieb stehen drehte sich um und bellte, ich musste ihm zureden und erst dann ging er weiter. Mir kommt vor, dass es früher nicht ganz so schlimm war aber sich in den letzten Monaten verschlimmert hat. Ob das jetzt primär mit der Krankheit zu tun oder vielleicht auch nur Einbildung ist, kann ich natürlich nicht sicher sagen. Dennoch könnte ich mir schon gut vorstellen, dass es auch einen gewissen Anteil dazu beitragen könnte. Wir hatten in der Vergangenheit ja auch Einzeltraining ( zum Beitrag -> Übung macht den Meister) mit der lieben Gabi und sehr viel zum Thema Gehorsam und Umgang mit anderen Hunden gelernt. Das hat sich auch alles sichtlich gebessert und er ist viel entspannter gegenüber anderen Hunden  geworden, aber dafür sind in der letzten Zeit andere Punkte dazu gekommen, wo ich merke er ist unsicher oder ängstlich. Ganz neue Situationen, die bis dato nie ein Problem waren. Dennoch werden wir auch daran arbeiten und versuchen ihm diese Ängste ein bisschen zu nehmen und ihm zeigen, dass er sich an unserer Seite sicher fühlen kann.

 

EIN LEBEN OHNE HUND IST MÖGLICH ABER SINNLOS

Tag für Tag bin ich dankbar, dass ich so einen tollen Partner an meiner Seite haben darf. Er schenkt so viel Freude, Aufmerksamkeit und Liebe. Ihm ist es egal ob du in deiner schlabbrigen Jeans oder einem atemberaubenden Abendkleid vor ihm stehst. Für ihn bist und bleibst du immer die Nummer 1. Er liebt dich abgöttisch und versucht es dir jeden Tag zu beweisen. Er ist nicht nur dein Hund sondern auch dein bester Freund, dein Begleiter in guten sowie schlechten Zeiten. Dieses Gefühl kann man einfach nicht in Worte beschreiben und jeder der selbst einen Hund hat, weiß wovon ich erzähle. Jemand der noch nie einen Hund hatte oder keine Bindung zu Hunden hat, für den sind es nur Worte. Für Hundebesitzer allerdings gehen diese Zeilen unter die Haut und während man diese liest, knutscht man seinen Liebling mit der einen oder anderen Träne in den Augen.

Egal wie wenig Geld & Besitz du hast, einen Hund zu haben macht dich reich !

So schön langsam komme ich zum Abschluss und möchte nochmals von ganzem Herzen DANKE  ♥ sagen.

Danke für die vielen Nachrichten über Facebook, Google+, Instagram oder auch via E-Mail und natürlich die Gespräche in den Gruppen.

Wir denken an alle deren geliebte Fellnase an Epilepsie leidet und wünschen euch für die Zukunft alles Gute und viel Kraft. Mögt ihr die Krankheit so gut es geht in den Griff bekommen und ein „recht normales“ Leben mit Medikamenten führen. Auch wenn ihr euch in diesem Moment, alleine und hilflos fühlt, denkt daran ihr seid nie alleine. Eine Gemeinschaft gibt Halt, Stärke und Kraft und ist in schweren sowie  schönen Momenten (Erfolgsmomenten) für euch da.

 

Dankbare Grüße

 

2 Comments

  • Sabine Topf sagt:

    Hallo meine Liebe,

    es tut mir unendlich leid, dass dein Schatz schon wieder einen Anfall hatte. Aber ich hatte dir ja schon einmal geschrieben.

    Es ist sicherlich ganz fürchterlich, mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können. Aber vielleicht hilft dir das ein wenig: Dein Kleiner merkt nichts von seinem Anfall. Leiden muss Rocco auf gar keinen Fall. Es sieht ja nur für dich so schlimm aus, er ist im Moment des Anfalls „in einer anderen Welt“ und merkt nicht sein Zittern oder andere Krämpfe. Hinterher ist er total fertig, müde und abgeschlagen. Meist schlafen solche Menschen oder Tiere danach.

    Natürlich machst du dir unendlich Gedanken und es schneidet dir regelrecht ins Herz. Aber du musst dir immer wieder sagen, dass nichts sofort hilft. Es muss immer erst eine sogenannte „Sättigung“ des Medikamentes im Körper erfolgen. Das heißt, du musst warten. Und ich garantiere dir, die Anfälle werden von Mal zu Mal weniger und verschwinden vielleicht sogar ganz.

    Ich drücke dich und Rocco aus der Ferne ganz doll und hoffe, dass die Medikamente bald greifen.

    Liebste Grüße deine
    Sabine

  • Sabine Topf sagt:

    Hallo Liebes,

    ich muss immer an euch denken. Wie geht es Rocco? Wirken schon die Medikamente und es geht ihm besser und dir damit auch?

    Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Gute

    Frohe Ostern Sabine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.